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Der Fussabdruck ist die momentane Signatur der Fussfunktion. Die podologische Abklärung objektiviert, misst und dokumentiert Auffälligkeiten, die eine klinische Untersuchung allein nicht festhalten kann – mit einem pathognomonischen Zeichen, das sich beim FHL regelmässig findet.
Der Fussabdruck ist gewissermassen die Signatur der Fussfunktion und unseres Gleichgewichts. Er ist eine momentane Spur, die es fast erlaubt, die Stellung des Oberkörpers im Gleichgewicht abzuleiten – dank des interartikulären Synchronismus, der jede Bewegung des Fusses mit jener der darüberliegenden Etagen verbindet. Knie, Hüften und Rücken hängen eng von der Stellung des Fusses ab, und der Abdruck erzählt indirekt von ihnen allen.

Die podologische Abklärung im Centre du pied stützt sich auf zwei sich ergänzende Instrumente: das statische Podoskop für die visuelle Beobachtung und die hochsensible Sensormatte für die dynamische Messung. Das eine zeigt, das andere quantifiziert.
Statische Untersuchung auf transparenter Auflage mit Hinterleuchtung, die die Auflagepunkte hervorhebt. Die Ärztin oder der Arzt beobachtet direkt die Lastverteilung auf der Fusssohle. Eine einfache, rasche Methode, die für die Patientin oder den Patienten besonders anschaulich ist.

Mit Sensoren bestückte Matte, die die Fusssohlendrücke in Echtzeit misst, zunächst statisch, dann dynamisch beim Gehen. Sie erlaubt, die Verlagerung des Körperschwerpunkts, die Zonen mit Über- und Unterbelastung sowie die Kinetik des Abrollvorgangs zu quantifizieren.

Auf dem Podoskop zeigt der Abdruck einer Person mit FHL eine charakteristische Silhouette. Drei Zonen verdienen besondere Aufmerksamkeit, denn sie sichern die Diagnose.

Der statische Abdruck einer Person mit FHL zeigt auf dem Podoskop drei charakteristische Zeichen.
Der fehlende Abdruck unter dem Köpfchen des ersten Mittelfussknochens (M1) ist pathognomonisch für den FHL. Diese charakteristische Lücke im Abdruck bedeutet, dass der Fuss den ersten Strahl nicht mehr normal belastet – eine direkte Folge der Blockierung der FHL-Sehne und des Tenodese-Effekts. Ist dieses Zeichen vorhanden, ist die Diagnose stark gestützt.
Wenn der erste Mittelfussknochen nicht mehr belastet wird, verlagert sich die Last auf die Kuppe der Grosszehe, die dadurch überbeansprucht wird. Diese Überbeanspruchung zeigt sich als verbreiteter, kräftiger Abdruck unter der Zehenkuppe, dessen Silhouette an einen Löffel oder einen Tennisschläger erinnert. Es ist das ergänzende Zeichen zum fehlenden Abdruck unter M1.
Die auf der Matte durchgeführte podologische Abklärung umfasst zwei sich ergänzende Analysemodi. Eine statische Analyse im Zwei- und dann im Einbeinstand, die die Projektion des Körperschwerpunkts in Ruhe zeigt. Und eine dynamische Analyse des Gangs, die sichtbar macht, was die Betrachtung des Abdrucks nicht festhalten kann, nämlich die Chronologie des Abrollvorgangs und die Übergänge zwischen Pronation und Supination.

Sechs Zeichen, die sich regelmässig finden. Bei Patientinnen und Patienten mit FHL zeigt die dynamische Analyse auf der Matte sechs biomechanische Zeichen, die fast immer gemeinsam auftreten. Ihre Häufung bildet eine sehr starke diagnostische Signatur.
1. Statisch — Körperschwerpunkt nach hinten und nach aussen verlagert. Die Projektion liegt abnorm weit hinten und nach aussen versetzt.
2. Dynamisch — Aufsetzen des Schritts auf dem Aussenrand. Initialer Kontakt aussen, nach aussen versetztes Abrollen.
3. Dynamisch — Verschiebung der Übergänge zwischen Pronation und Supination. Unsynchronisierter Wechsel, destabilisierender Stampfeffekt.
4. Dynamisch — Abruptes Kippen in die Pronation am Ende der Standphase. Ein regelrechter Bruch der Bewegung statt eines allmählichen Kippens.
5. Statisch und dynamisch — Überlastung unter der Kuppe der Grosszehe. Abnorm hohe Last als Folge der Verlagerung.
6. Statisch und dynamisch — Fehlender Abdruck unter dem M1-Köpfchen. Das spezifischste Zeichen, gilt als pathognomonisch.
Keines dieser Zeichen sichert für sich allein die Diagnose, doch ihre Kombination ist für den FHL beinahe pathognomonisch. Die Verbindung aus verlagertem Körperschwerpunkt, äusserem Aufsetzen und fehlendem Abdruck unter M1 bildet ein Argumentationsbündel, das sich kaum anders als durch einen Tenodese-Effekt der FHL-Sehne erklären lässt.
Die podologische Abklärung hat im Centre du pied einen doppelten Nutzen. Sie erlaubt, die Diagnose bei der Erstkonsultation zu objektivieren, ergänzend zum klinischen Test in der Praxis. Und sie dient als Referenz, um die Wirksamkeit der Behandlung – konservativ oder operativ – durch den Vergleich der Abklärungen vor und nach der Therapie zu beurteilen.



« Der Abdruck lügt nicht. Er sagt, was die Patientin oder der Patient spürt und was sie oder er noch nicht spürt – im Schweigen einer seit Jahren schlecht verteilten Belastung. »
Dr Jacques Vallotton, Centre Orthopédique d’Ouchy
Mehrere Videosequenzen zeigen den Beitrag der Podologie zur Abklärung, von den Podologie- und Schuhwerk-Workshops bis zu den Gangabklärungen und den Vorträgen des Medicol-Kongresses.
Nach dem Fussabdruck am Boden ergänzt die Untersuchung der Schuhe die Abklärung sinnvoll. Ihre asymmetrische Abnutzung erzählt von Jahren eines gestörten Gangs.
Instrumente
2 sich ergänzende
Analysemodi
statisch + dynamisch
Pathognomonisches Zeichen
fehlender M1-Abdruck
Ergänzendes Zeichen
Hallux in Löffelform
Dynamische Zeichen
6 nachweisbar
Verlaufskontrolle
vergleichbar