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Klassische Orthesen, in statischer Stellung abgeformt, legen den Fuss still und lassen seine Muskeln verkümmern. Die Forschung zum FHL hat zu einem grundlegend anderen Konzept geführt: einer dynamischen Einlage, die den Abrollvorgang führt und die Fussmuskulatur stimuliert, statt sie zu umgehen.
Einlagen oder Fussorthesen werden in der Regel vorgeschlagen, um eine bessere Lastverteilung im Fuss zu erreichen und schmerzhafte Druckpunkte zu entlasten. Die Abformung dieser Einlagen erfolgt im Stehen, an statischen Füssen: Die Verlängerung und das physiologische Kippen des Fusses während des Abrollvorgangs werden dabei nicht berücksichtigt.
Diese Art von Einlagen bleibt bei Diabetes oder schweren Fussdeformitäten angezeigt und ergänzt die Versorgung mit angepassten oder orthopädischen Schuhen sinnvoll.
Dieses auf einem in einer bestimmten Stellung fixierten Fuss beruhende Konzept umgeht die Wirkung der intrinsischen Fussmuskeln, die durch Nichtgebrauch allmählich verkümmern. Ein weiterer Nachteil ist die mögliche Verstärkung des Kippens des Fusses, insbesondere auf seinem Aussenrand, durch die Abformung des Fussgewölbes, die den Fuss in Supination bringt. Zusammen mit einer schlechteren Wahrnehmung des Bodenreliefs machen diese Punkte solche Orthesen für Freizeit- und Sportaktivitäten wenig leistungsfähig.
Unsere Forschung zum FHL hat zu einem besseren Verständnis des Fusses unter dem Blickwinkel der Biomechanik und der Bewegung geführt. Beim Gehen stabilisiert der Fuss den ganzen Körper, steuert die Haltungskontrolle und synchronisiert die Bewegung der übrigen Gelenke — eine Rolle, die jener eines Dirigenten gleicht. Unter Berücksichtigung dieser Parameter und der durch den FHL ausgelösten Störungen wurde eine Einlage entwickelt, die ein besseres dynamisches Gleichgewicht bietet.
Im unbewegten Stand konzipiert, fixiert sie den Fuss in einer bestimmten Stellung. Geeignet bei Diabetes und schweren Deformitäten, lässt aber die intrinsischen Muskeln durch Nichtgebrauch allmählich verkümmern und kann das Kippen in die Supination verstärken.
Keine starre Abformung. Fersenschalen für die Haltungswahrnehmung, innere Stütze zur Resynchronisierung des Abrollvorgangs, Dämpfung unter dem ersten Mittelfussknochen. Der Fuss bleibt frei, sich zu dehnen und seine muskuläre Rolle zu spielen.
Die Haltungswahrnehmung durch die Fersenschalen — Diese Art dynamischer Orthese wurde historisch von Nancy Hylton für hypotone Kinder oder Kinder mit neurologischen Störungen entwickelt. Die Stimulation der Fusssohle schärft die muskuläre Haltungskontrolle und verbessert das Gleichgewicht. Die Wirkung der Fersenschalen beginnt bereits zu Anfang der Standphase und verhindert ein Kippen des Fusses in die Supination.
Die Führung des Abrollvorgangs — Physiologisch wechselt der Gang zu einem genauen Zeitpunkt des Zyklus zwischen Supination und Pronation. Der FHL verzögert diesen Wechsel am Ende der Standphase, woraus ein abruptes Kippen des Fusses in die Pronation vor dem Vortrieb entsteht. Um diesem Stampfeffekt zu begegnen, führt eine starre Stütze an der Innenseite der Einlage den Fuss durch den Abrollvorgang und verhindert den abrupten Übergang.
Die Dämpfung und der Schutz der Zehen — Die Einlage dämpft den Bodenkontakt unter dem Köpfchen des ersten Mittelfussknochens und beugt einer Krallenstellung der Zehen durch eine leichte Erhöhung unter denselben vor.
Schmerzen oder Instabilität sind bei einem FHL häufig: Fuss, Sprunggelenk, Knie oder Rücken sind besonders betroffen, oft wegen einer schlechten Haltungsausrichtung aufgrund mangelnden Gleichgewichts. Das hier vorgestellte Einlagenkonzept zielt darauf ab, ein besseres Gleichgewicht zu bieten, ohne den Fuss einzuengen: Er kann sich frei dehnen, da ihn keine Abformung versteift.
Die Stimulation der Fusssohle bewirkt eine aktive Stützung des Fussgewölbes durch die intrinsische Muskulatur, und die innere Stütze führt durch ihre Leitwirkung zu einem physiologischen Abrollvorgang. Die propriozeptive Wahrnehmung regt den Muskeltonus an und sichert eine solide Basis für die Ausrichtung des Oberkörpers: Das Gleichgewicht und die dynamische Stabilisierung des ganzen Körpers werden positiv beeinflusst.
Die Vorstellung des neuen Einlagenkonzepts am Medicol-Kongress 2023.
Die arthroskopische Tenolyse des langen Grosszehenbeugers, eine bewährte minimalinvasive Technik, bei Versagen der konservativen Behandlung.
Konzept
dynamische Einlage
Starre Abformung
keine
Wahrnehmung
Fersenschalen
Führung
innere Stütze
Dämpfung
unter dem 1. Mittelfussknochen
Fussmuskeln
stimuliert, nicht stillgelegt