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Der FHL verlagert den Körperschwerpunkt nach hinten und nach aussen und bricht den Synchronismus des Schritts. Das Ergebnis lässt sich in der Praxis mit einem einfachen Einbeinstandtest messen und zeigt sich im Alltag als Unsicherheit, als Stürze und als vermeidbare Unfälle.
Das Gleichgewicht des Körpers beruht auf einer fortlaufenden sensorischen Information aus dem Fuss. Wenn der FHL diese Information stört und die Anpassungen des Rückfusses blockiert, verschlechtert sich das Gleichgewicht auf zwei sich ergänzende Weisen: in der statischen Haltung und in der Bewegung.

Der klinische Test ist einfach. Die Patientin oder der Patient wird gebeten, einige Sekunden auf einem Bein zu stehen. Die Ärztin oder der Arzt beobachtet die korrigierenden Schwankungen und die Körperhaltung. Beim FHL verlagert sich der Körperschwerpunkt in charakteristischer Weise nach hinten und nach aussen.
Körperschwerpunkt in der Mitte des Fusses projiziert, minimale korrigierende Schwankungen.
Projektion nach hinten und nach aussen, ausgeprägte Schwankungen, Unsicherheit.
Diese Verlagerung lässt sich auf einer Kraftmessplattform oder einem vernetzten Laufband objektivieren und quantifizieren. Das Centre du pied hat solche Messungen bei Hunderten von Patientinnen und Patienten im Rahmen von Abklärungen vor und nach einer Tenolyse des langen Beugers durchgeführt. Die Wiederherstellung der zentralen Position nach dem Eingriff ist einer der aussagekräftigsten Marker des funktionellen Nutzens.
Das dynamische Gleichgewicht ist noch aussagekräftiger als das statische. Während des Gangzyklus führt der Fuss abwechselnde Bewegungen der Pronation und der Supination aus. Die Pronation entspricht einem Kippen nach innen, die Supination einem Kippen nach aussen. Der Wechsel von der einen zur anderen Stellung muss sanft und ohne Ruck erfolgen.
Vergleich zwischen einem normalen (sanften) Übergang und einem Übergang mit FHL (Bruch) am Ende der Standphase.
Allmähliches Kippen von der Pronation in die Supination am Standphasenende, ohne Ruck.
Abrupter Bruch am Standphasenende, auf den Videoaufnahmen mit blossem Auge sichtbar.
Die Ganganalysearbeiten des Centre du pied haben diesen abrupten Bruch am Ende der Standphase bei Patientinnen und Patienten mit FHL nachgewiesen. Der eigentlich flüssige Übergang zwischen Pronation und Supination wird zu einem Ruck, der auf den Videoaufnahmen manchmal mit blossem Auge sichtbar ist.
Die Gehbewegung ist eine synchrone Bewegung, die den Körper abwechselnd links und rechts über den Standfuss bringt. Der Körper zieht in einer Pendelbahn über den Fuss hinweg.
Jedem Moment dieses Überziehens entspricht eine Auflage unter dem Fuss, die sich von hinten nach vorn bis zum Vortrieb verschiebt. Ist die Pronation oder die Supination übertrieben oder zeitlich verschoben, muss sich die Körperstellung anpassen und das Ungleichgewicht ausgleichen. Diese Anpassung ist nicht immer möglich, insbesondere nicht für das Knie, dessen Anatomie keine Korrektur einer Rotationsstörung erlaubt. Das Ungleichgewicht wird chronisch.
Die praktischen Folgen des durch den FHL ausgelösten Ungleichgewichts zeigen sich je nach Personengruppe unterschiedlich. Zwei Profile sind besonders exponiert.
Das dynamische Ungleichgewicht beeinträchtigt die Leistung und begünstigt akute Unfälle. Typische Verletzungen: Riss des vorderen Kreuzbands, wiederkehrende Sprunggelenksverletzungen, Meniskusläsionen bei Drehbewegungen, Überlastungstendinopathien.
Mit dem Alter kommt das durch den FHL ausgelöste Ungleichgewicht zum natürlichen Verlust der Propriozeption hinzu. Folgen: Stürze zu Hause und im Freien, Schenkelhalsbruch, vorsichtiges Gehen, Verlust des Vertrauens in die eigene Bewegung.
Der FHL ist ein veränderbarer biomechanischer Faktor. Den FHL bei einer sturzgefährdeten älteren Person oder bei einer sportlichen Person nach wiederholten Verletzungen zu erkennen und zu behandeln, heisst an der Ursache anzusetzen statt an den Folgen.
Die Beurteilung des statischen und des dynamischen Gleichgewichts erfolgt in der Praxis mit zwei sich ergänzenden Instrumenten: dem klinischen Test im Einbeinstand und der Ganganalyse auf dem vernetzten Laufband. Das zweite erlaubt, zu objektivieren und zu quantifizieren, was das erste erahnen lässt.
Die Ganganalyse erlaubt es, die Drücke unter dem Fuss, die Verlagerung des Körperschwerpunkts und die Flüssigkeit der Übergänge zwischen Pronation und Supination in Echtzeit zu messen. Sie ist das Referenzinstrument, um den FHL in seiner dynamischen Ausprägung zu objektivieren und den Verlauf unter Behandlung zu verfolgen.
« Das Gleichgewicht ist keine abstrakte Fähigkeit. Es ist ein fortlaufender Dialog zwischen Fuss und Gehirn, und wenn der Fuss die richtige Information nicht mehr sendet, gerät der ganze Körper ins Wanken. »
Dr Jacques Vallotton, Centre Orthopédique d’Ouchy
Mehrere Videosequenzen beleuchten die Rolle der Podologie und der Gangabklärung bei der Beurteilung des Gleichgewichts, von der instrumentierten Ganganalyse bis zu den Forschungsarbeiten über den FHL und die Fortbewegung.
Ob sportlich oder im Seniorenalter: Die Mobilitätsabklärung mit Ganganalyse im Centre du pied erlaubt, einen allfälligen FHL und seine Auswirkung auf Ihr Gleichgewicht nachzuweisen.
Klinischer Test
Einbeinstand
Verlagerung
nach hinten und aussen
Kritische Phase
Standphasenende
Messinstrument
vernetztes Laufband
Sportlich
akute Unfälle
Senioren
Sturzrisiko
Die sportliche Leistung und die Unfälle, die direkt mit dem dynamischen Ungleichgewicht zusammenhängen.
Die wiederkehrende Verletzung, direkte Folge der dynamischen Unsicherheit am Schrittende.