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Das wiederkehrende Supinationstrauma ist kein Schicksal. Wenn der FHL das untere Sprunggelenk blockiert und den Fersenauftritt verfälscht, verliert das Sprunggelenk seine Anpassungsfähigkeit und knickt auf vorhersehbare Weise in Supination weg. Eine Tenolyse der Sehne kann das Sprunggelenk dann wirksamer stabilisieren als eine Bandplastik.
Das Sprunggelenk ist das dem Fuss nächstgelegene Gelenk. Es ist auch das erste, das die mechanischen Folgen des FHL zu spüren bekommt. Die Sehnenblockade und die Entkoppelung des Gangzyklus schaffen die idealen Bedingungen für das wiederkehrende Supinationstrauma.

Das Supinationstrauma des Sprunggelenks entsteht meist durch Inversion, das heisst durch eine kombinierte Bewegung aus Supination, Adduktion und Plantarflexion des Fusses. Diese Verdrehung führt zu einer übermässigen Spannung der lateralen Aussenbänder des Sprunggelenks.

Anatomie der Aussenbänder — zwei Aussenbänder tragen den Grossteil der Verletzungen beim Inversionstrauma. Der vordere Anteil ist fast immer betroffen. Der mittlere fibulokalkaneare Anteil hingegen reisst nur bei schweren Traumata.
Der mittlere fibulokalkaneare Anteil überbrückt sowohl das obere als auch das untere Sprunggelenk. Seine Verletzung kennzeichnet ein schwereres Trauma und erklärt, weshalb manche Bandverletzungen länger anhaltende Folgen hinterlassen als andere.
Der FHL schafft zwei biomechanische Bedingungen, die unmittelbar zum Inversionstrauma prädisponieren. Diese beiden Faktoren addieren sich und erklären das wiederholte Umknicken.
Ein Sprunggelenk, das sich nicht mehr einstellen kann, kann sich nicht mehr an die Unebenheiten des Bodens anpassen. Das geringste Ungleichgewicht wird zum Umknicken, und das Umknicken wird wiederkehrend. Der Boden dafür ist lange vor dem ersten Unfall bereitet.
Wenn sich das Umknicken wiederholt oder sich trotz gut geführter Rehabilitation eine chronische Instabilität einstellt, wurde häufig der zugrunde liegende biomechanische Faktor nicht erkannt. Die klassische Rehabilitation (Propriozeption, Kräftigung der Peronealmuskulatur, elastische Bandagierung) zielt auf das Sprunggelenk. Sie lässt den Fuss ausser Acht.
Solange das untere Sprunggelenk durch den FHL verriegelt bleibt und der Gangzyklus entkoppelt ist, gerät das Sprunggelenk bei jedem Schritt erneut in eine verletzliche Stellung. Das Umknicken kehrt schon bei der Wiederaufnahme des Sports oder bei der ersten unvorhergesehenen Belastung zurück.
Bei jeder Rehabilitation des Sprunggelenks nach einem Bandtrauma ist es entscheidend, die Freigabe des unteren Sprunggelenks und das Gleiten des FHL einzubeziehen. Diese Schritte müssen Teil des Protokolls sein, nicht eine Option. Andernfalls bleibt das Rezidivrisiko hoch.
Wenn die chronische Instabilität trotz gut geführter konservativer Behandlung fortbesteht, wird die Operation zur Option. Es gibt zwei Ansätze mit sehr unterschiedlichen Philosophien.
Rekonstruktion oder Verstärkung der verletzten Bänder. Ziel ist die Wiederherstellung der passiven Stabilität des Sprunggelenks. Die biomechanische Ursache des Ungleichgewichts wird nicht behandelt. Rezidivrisiko, wenn der FHL fortbesteht.
Endoskopische Freilegung der Sehne. Sie gibt das untere Sprunggelenk frei, mildert die Supinationsstellung und synchronisiert die Pro- und Supinationsmomente neu. Sie behandelt die Ursache, nicht nur das Symptom.
Die Tenolyse ist ein wenig invasiver Eingriff, der in dieser Indikation oft wirksamer ist als eine Bandplastik. Sie hat den Vorteil, die biomechanische Ursache zu behandeln, statt eine Folge zu reparieren, und stellt die Anpassungsfunktion des Sprunggelenks wieder her statt nur seine passive Stabilität.
« Ein Sprunggelenk, das wiederholt umknickt, ist kein schwaches Sprunggelenk. Es ist ein Sprunggelenk, das von einem Fuss falsch informiert wird, der ihm die richtige Information über den Bodenkontakt nicht mehr übermittelt. »
Centre Orthopédique d’Ouchy
Das Centre du pied hat einen Artikel veröffentlicht, der das Verständnis des Supinationstraumas im Licht des FHL vollständig neu ausrichtet.
L’entorse de la cheville revisitée — wissenschaftlicher Artikel des Centre du pied, Fachlektüre.
Ein Vortrag des Centre du pied beleuchtet die chronische Instabilität des Sprunggelenks, ihre Ursachen und ihre Behandlung im Detail.
Wenn Ihre Sprunggelenke trotz Rehabilitation immer auf dieselbe Seite umknicken, ermöglicht die Mobilitätsabklärung im Centre du pied, den allfällig ursächlichen FHL objektiv nachzuweisen.
Mechanismus
Inversion
Hauptband
vorderer Anteil
FHL-Faktoren
2 Bedingungen
Rezidivrisiko
hoch ohne FHL-Behandlung
Operation
FHL-Tenolyse
Operationszugang
arthroskopisch
Der Ursprung der Kaskade, wo das Ungleichgewicht entsteht, das schliesslich das Sprunggelenk destabilisiert.
Das dem Sprunggelenk nachgeschaltete Gelenk, das die Folgen des Rotationsungleichgewichts mitträgt.