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Von den ersten offenen Tenolysen im Jahr 1999 bis zur standardisierten arthroskopischen Technik von heute ist die Geschichte dieses Eingriffs die Geschichte einer geduldig aufgebauten Erfahrung — über 1 660 operierte Füsse und eine Anatomie des Engpasses, die im Verlauf der Serie dokumentiert wurde.
Dr Jacques Vallotton operiert seine ersten Patientinnen und Patienten 1999 über einen offenen, 4 bis 5 cm langen retromalleolären Zugang auf der Innenseite. Der Zugang zur Sehne in der Tiefe ist schwierig, und die Kalkaneusäste des Nervus saphenus müssen sorgfältig geschont werden. Rund zwanzig Fälle werden auf diese Weise operiert, mit sehr ermutigenden Ergebnissen.
Die Tenolyse des FHL beschränkt sich auf die retrotalare Umlenkrolle: Sie wird nicht bis zum Retinaculum am Kalkaneus verlängert, wie es die von Hamilton beschriebene Technik vorsieht. Die Indikationen betreffen vor allem Tenosynovitiden des FHL, daneben aber auch einige chronische Achillessehnenentzündungen sowie Knieschmerzen im Sinne eines patellofemoralen Schmerzsyndroms oder eines Tractus-iliotibialis-Syndroms bei Patientinnen und Patienten, bei denen eine konservative Behandlung keine dauerhafte Besserung gebracht hat. Der Zusammenhang zwischen dem Sehnenengpass des FHL und Knieschmerzen ist damals bereits bekannt.
Im Jahr 2000 reist Dr Vallotton an das Academic Medical Center in Amsterdam, um Professor Niek van Dijk zu treffen. Dieser Fussspezialist hat die Arthroskopie des Sprunggelenks und des Rückfusses entwickelt und deren Zugangswege und Operationstechnik beschrieben.
Die Tenolysen des FHL werden von da an arthroskopisch durchgeführt, über zwei Zugänge beidseits der Achillessehne — bis heute über 1 660 operierte Füsse. Im Verlauf dieser langen Serie wurden die Anatomie des FHL und die Form des retrotalaren Tunnels untersucht und dokumentiert, was heute erlaubt, die Ursachen des Engpasses besser zu verstehen und die chirurgische Behandlung zu verfeinern.
Mehrere anatomische Elemente können am Engpass beteiligt sein und müssen berücksichtigt werden, um ein physiologisches Gleiten der FHL-Sehne wiederherzustellen.
Ein zu voluminöser Muskelbauch füllt den retrotalaren Tunnel aus und behindert das Gleiten der Sehne.
Reicht der Muskel zu weit an der Sehne hinunter, tritt er bei jedem Schritt in die Umlenkrolle ein.
Ein knöcherner Vorsprung des Talus kann den Tunnel verengen und die Sehne einklemmen.
Dieses akzessorische Knöchelchen, das bei manchen Menschen vorkommt, verkleinert den Raum hinter dem Talus.
Die Entzündung der Sehnenscheide verdickt die Sehne und unterhält den Engpass im Tunnel von selbst.
Für wen die Tenolyse des FHL infrage kommt, vom Hallux rigidus bis zu den Schmerzsyndromen des Knies.
Erste Tenolyse
1999
Offener Zugang
rund zwanzig Fälle
Arthroskopie
seit 2000
Serie
1 660 Füsse (2020)
Referenz
Pr N. van Dijk, AMC
Zielstruktur
retrotalare Umlenkrolle